Usbekistan - Neuer zentralasiatischer Tiger

Zentralasien gehört zu den Regionen, die von den aktuellen Bewegungen in der globalen Wirtschaft profitieren. Das bevölkerungsreichste Land der Region ist Usbekistan, das sich mit seiner jungen Bevölkerung wirtschaftlich stark entwickelt. Die politischen Reformen der letzten Jahre haben zu einer deutlichen Verbesserung des Investitionsklimas geführt.

Im Jahr 2025 betrug das BIP-Wachstum 7,7 % – der höchste Wert seit 2021. Der Handelsumsatz Usbekistans mit den EU-Ländern verzeichnet ein stetiges Wachstum und erreichte Ende 2024 6,4 Mrd. US$, fast doppelt soviel wie vor vier Jahren. Das Portfolio an Investitionsprojekten unter Beteiligung führender europäischer Unternehmen in hochtechnologischen und strategischen Wirtschaftssektoren überstieg zu Beginn des Jahres 2025 30 Mrd. US$.

Im Jahr 2024 beliefen sich die Investitionen in das Anlagevermögen Usbekistans auf rund 39 Mrd. US-Dollar, und im Jahr 2025 stiegen die Investitionen in das Anlagevermögen auf fast 46,5 Mrd. US-Dollar. Für den Zeitraum ab 2026 prognostiziert die Regierung Usbekistans eine Fortsetzung des hohen Wachstums bei den Investitionen in das Anlagevermögen – etwa 10 % –, was auf eine anhaltend starke Nachfrage nach Technologien und die Attraktivität des Landes für ausländische Investoren hindeutet.

Ein günstiges Geschäftsklima, einschließlich Präferenzregelungen in freien Wirtschaftszonen und Reformen im Regulierungsbereich, stärkt die Position Usbekistans als eines der reformfreudigsten Länder der Welt.

Ein großer technologischer Nachholbedarf in allen Sektoren der Wirtschaft bieten gute Aussichten für ausländische Anbieter von Know-how und Technologie, während die Kombination aus moderaten Lohnkosten und einem günstigen Geschäftsklima für internationale Investoren spricht.

2040 sollen über 50 Mio. Menschen in Usbekistan leben, das Durchschnittsalter liegt bei etwa 28 Jahren.

Zudem hat Usbekistan eine besondere Geografie. Samarkand, Buchara und Chiwa waren schon in der Antike bedeutende Handelsorte der Seidenstraße. Da kommt es nicht überraschend, dass Usbekistan seine Chancen als „Seidenstraße der Neuzeit“ wiedererkennt.

Für Deutschland ist Usbekistan bereits jetzt der zweitwichtigste Absatzmarkt in Zentralasien. Erneuerbare Energien, die verarbeitende Industrie und der Rohstoffabbau sind perspektivreiche Geschäftsfelder.

Auch als Einkaufsmarkt wird das rohstoffreiche Land (Erdgas, Uran, Kupfer, seltene Erden) immer attraktiver.

Besonderes Potenzial liegt unter anderem in den Bereichen Chemieerzeugnisse, Textilien, Landwirtschaft und aufgrund der strategischen Lage in der Logistik.

Das bilaterale Handelsvolumen entwickelt sich dynamisch und betrug im Jahr 2024 ca.1,2 Mrd. Euro.

Nur 2% der usbekischen Importe kamen 2024 aus Deutschland. Es gibt großen Aufholbedarf: China lag mit 18,9% an erster Stelle, gefolgt von Russland (17,6 %) und Kasachstan (6,5 %).

Die Zahl deutscher Unternehmen hat sich in wenigen Jahren auf über 200 verdreifacht. Viessman, Claas, MAN, Knauf und Papenburg sind schon vor Ort, viele weitere werden in den kommenden Jahren folgen, wenn Wirtschaftsreformen weiter angepackt werden und sich das Geschäftsklima in Usbekistan kontinuierlich verbessert.

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